Der Arbeitsmarkt in den USA, 2000−2016

Erholung von der Großen Rezession fast abgeschlossen, aber anhaltende Probleme bei Arbeitslosigkeit und Lohnentwicklung

Barnard College, USA, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Der US-Arbeitsmarkt strahlt in seiner Bedeutung weit über die Grenzen der größten Volkswirtschaft der Welt aus. Von seiner Stärke hängt das Wohlergehen ungezählter Menschen weltweit ab. Seit 2000 hat der amerikanische Arbeitsmarkt erhebliche Veränderungsprozesse durchlaufen, teils in Reaktion auf die Große Rezession, teils in Form markanterTrendentwicklungen. Besonders auffällig sind der Rückgang der Erwerbsquote (der einen fast 50-jährigen Aufwärtstrend gestoppt hat), der fast vollständige Abbau der krisenbedingten Arbeitslosigkeit und ein seit der Rezession beständiges Wachstum der Durchschnittslöhne.

Trends von Arbeitslosigkeit und
                        Lohnentwicklung

Wichtige Resultate

Pro

Die US-Arbeitslosigkeit ist fast auf ihr Niveau vor Beginn der Großen Rezession zurückgekehrt.

Die Quote der offenen Stellen rangiert auf dem höchsten Stand seit Beginn der Datenerhebung.

Die Erwerbsquote der 20-54-Jährigen ist bei Männern wie Frauen rückläufig; gegenüber dem 2000 prognostizierten Wert ist so bis 2016 eine Lücke von sechs Millionen Erwerbspersonen entstanden.

Die Reallöhne der Vollzeitbeschäftigten (Durchschnitt und Median) sind gestiegen.

Die Löhne von Frauen sind relativ zu denen von Männern gestiegen, fallen aber weiterhin geringer aus.

Contra

Trotz annähernder Vollbeschäftigung in 2016 ist die Langzeitarbeitslosigkeit viel stärker ausgeprägt als in vergleichbaren Konjunkturzyklen früherer Jahre.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt weit über dem Durchschnittswert von Erwachsenen.

Die Erwerbsquote der 20-54-Jährigen ist bei Männern wie Frauen rückläufig; gegenüber dem 2000 prognostizierten Wert ist so bis 2016 eine Lücke von sechs Millionen Erwerbspersonen entstanden.

Die Lohnungleichheit hat kontinuierlich zugenommen und sich auf die obere Hälfte der Lohnverteilung konzentriert.

Die Löhne von Afroamerikanern – ohnehin deutlich niedriger – sind im Vergleich zu denen von weißen Amerikanern weiter zurückgegangen.

Kernbotschaft des Autors

Auf den ersten Blick scheint der US-Arbeitsmarkt derzeit in sehr guter Verfassung: Bei annähernder Vollbeschäftigung rangiert die Arbeitslosigkeit unter 5 Prozent; die Löhne der Vollzeitbeschäftigten sind seit dem letzten Konjunkturhoch im Jahr 2000 deutlich gestiegen. Die Probleme liegen auf einer anderen Ebene: Die Lohnungleichheit nimmt zu, weil sich die Lohnzuwächse primär auf die Bezieher höherer Einkommen konzentrieren. Die Erwerbsbeteiligung der über 55-Jährigen steigt, doch zugleich setzt sich der rückläufige Trend bei Männern zwischen 20 und 54 Jahren fort und hat inzwischen auch gleichaltrige Frauen erfasst, deren Erwerbsquote zuvor beständig gewachsen war. Die Löhne afro- und hispanoamerikanischer Arbeitnehmer haben sich kaum verändert und bleiben immer noch weit hinter denen weißer Beschäftigter zurück.

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