Ist Zuwanderung eine Belastung für den Steuerzahler?

Der Einfluss von Migration auf Steuern, Abgaben und erhaltene Transferleistungen ist eine wichtige Kennziffer zur Ermittlung des ökonomischen Nutzens von Migration

RAND Corporation, USA, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Die Auswirkungen von Migration auf die langfristige Steuer- und Abgabenbelastung der Bevölkerung sind ein zentraler, aber bislang zu wenig empirsch untersuchter Faktor bei der Abschätzung der ökonomischen Gesamteffekte der Zuwanderung. Je nach Charakteristika und Größe der Zuwanderergruppen und des Umfangs ihres Leistungsbezugs bzw. Steueraufkommens können zusätzliche oder aber verringerte Belastungen für einheimische Steuerzahler die Folge sein. Mit zunehmender Integration nehmen die entstehenden Kosten in aller Regel ab. Zu Beginn stehen Kosten für Erziehung und Bildung im Vordergrund.

Steuer- und Abgabeneffekt von Migration auf einheimische
		    Haushalte in den USA

Wichtige Resultate

Pro

Je besser die Qualifikation von Migranten, umso geringer fallen etwaige zusätzliche Steuerbelastungen für Einheimische aus.

Mit der Aufenthaltsdauer steigt die Wahrscheinlichkeit positiver Effekte für die einheimischen Steuerzahler.

Den größten Kostenfaktor der Integration machen Erziehung und Bildung aus. Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Gesundheitsvorsorge verursachen geringere Kosten.

Contra

Der Bevölkerungsanteil von Migranten ist zu klein, als dass allein ihre Steuern und Beiträge langfristige Haushaltsdefizite in alternden Gesellschaften auffangen könnten.

Es mangelt bislang an einer soliden Datengrundlage, um den fiskalischen Effekt von Migration im Detail ermitteln zu können.

Vorliegende Schätzungen der Steuerzahlereffekte berücksichtigen die jüngsten weltweiten Migrationsbewegungen noch nicht.

Kernbotschaft des Autors

Eine umfassende Analyse der Auswirkungen von Migration auf die Steuer- und Abgabenlast steht für viele Einwanderungsländer, erst recht aber die Herkunftsländer der Migranten, noch aus. Die vorliegenden Analysen weisen auf kurzfristig negative Auswirkungen hinsichtlich Flüchtlingen, illegalen und geringqualifzierten Zuwanderern hin. Auf lange Sicht stellen sich überwiegend positive Nettoeffekte ein: Viele Migranten leisten über den Lebensverlauf mehr Beiträge zu den öffentlichen Haushalten des Aufnahmelandes, als sie an Transferleistungen erhalten und entlasten damit einheimische Steuerzahler. Dies gilt insbesondere für gut qualifizierte Zuwanderer.

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