Auslandsstudium und Beschäftigungsfähigkeit

Spätere Berufsaussichten und Studium im Ausland sind positiv korreliert

University of Westminster, UK, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Die Zahl der Hochschulabsolventen, die einen Teil ihres Studiums im Ausland absolviert haben, hat weltweit stark zugenommen. Internationale Austauschprogramme erfreuen sich großer Beliebtheit, doch worin besteht ihr unmittelbarer Nutzen für die Studierenden? Oft wird geltend gemacht, dass ein Auslandsstudium die spätere Beschäftigungsfähigkeit verbessere, weil es besonders nachgefragte Kompetenzen vermittele. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Berufstätigkeit im Ausland erhöhe sich, so dass Austauschprogramme vor allem für Studierende von Vorteil seien, die auf den internationalen Arbeitsmarkt streben. Die meisten empirischen Belege sind jedoch qualitativer Natur und basieren auf kleinen Stichproben.

Auslandsstudierende vermuten große Beschäftigungsvorteile

Wichtige Resultate

Pro

Auslandsstudienprogramme können ihren Absolventen Fähigkeiten und Erfahrungen vermitteln, die bei Arbeitgebern besonders gefragt sind.

Absolventen von Auslandsstudienprogrammen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit im Ausland berufstätig – einen besonderen Nutzen haben somit Studierende mit dem Ziel einer internationalen Karriere.

Auslandsstudienprogramme können die Beschäftigungsaussichten von Studierenden aus relativ benachteiligten Verhältnissen verbessern.

Contra

Die Entscheidung für ein Auslandsstudium muss nicht aus Nutzenerwägungen erfolgen, sondern kann durch „Abenteuerlust“ motiviert sein.

Die im Vergleich größere Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen mit Auslandsaufenthalten kann auch den Einfluss unbeobachteter individueller Merkmale wie Persönlichkeitseigenschaften widerspiegeln.

Die meisten bisherigen Studien zum Zusammenhang zwischen Auslandsstudium und Beschäftigungsfähigkeit sind qualitativer und anekdotischer Natur.

Kernbotschaft des Autors

Arbeitgeber, Studierende und Organisatoren internationaler Mobilitätsprogramme an Hochschulen sehen eine klare Verbindung zwischen dem Auslandsstudium und der Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen. Demnach könnte eine noch stärkere Förderung von Auslandsstudienprogrammen – und insbesondere von Studierenden aus relativ benachteiligten Verhältnissen und Ländern mit bislang geringer Resonanz – sinnvoll sein. Allerdings dürften individuelle unbeobachtete Merkmale nicht nur die Entscheidung für ein Studium im Ausland, sondern auch die künftigen Arbeitsmarktchancen beeinflussen. In welchem Ausmaß der wahrgenommene Zusammenhang tatsächlich kausaler Natur ist, muss empirisch noch besser belegt werden.

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