Der Arbeitsmarkt in Spanien, 2002-2016

Die in der Großen Rezession rasant gestiegene Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit verharrt weiter auf sehr hohem Niveau

University of Alicante, Spain

University of Alicante, Spain, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Spanien, die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, war besonders stark von der Großen Rezession betroffen – die Krise ließ chronische Arbeitsmarktprobleme umso deutlicher hervortreten. Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit eskalierten und rangierten 2016 trotz wirtschaftlicher Erholung noch immer auf einem untragbar hohen Niveau. Die Zeitarbeit ging während der Rezession zurück, wuchs jedoch bei Jugendlichen. Auffällig sind zudem die Verringerung der Geschlechterkluft in der Erwerbsbeteiligung, der Rückgang des Anteils von Migranten an Beschäftigung und Erwerbsbevölkerung sowie die Zunahme der Lohnungleichheit.

Arbeitslosenquote und reale
                        Monatslöhne

Wichtige Resultate

Pro

Die Beschäftigung ist seit 2014 um durchschnittlich 2,3% pro Jahr gewachsen.

Die Geschlechterunterschiede bei Erwerbsbeteiligung und befristeter Beschäftigung waren 2016 geringer als vor der Rezession.

Die Gesamtquote befristeter Arbeitsverhältnisse ist im Zuge der Großen Rezession zurückgegangen.

Der Beschäftigungsanteil von Zuwanderern hat nach 2014 langsam wieder zugenommen.

Die allgemeine Lohnungleichheit hat sich ebenso wie die Ungleichheit in der unteren Hälfte der Lohnverteilung seit 2013 allmählich verringert.

Contra

Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit sind während der Großen Rezession extrem gestiegen und befanden sich noch 2016 weit entfernt von ihrem Vorkrisenniveau.

Die Erwerbsbeteiligung von Männern hat sich aufgrund des drastischen Rückgangs innerhalb der jungen Generation insgesamt verringert.

Unter Jugendlichen hat der Umfang befristeter Beschäftigung massiv zugenommen.

Einwanderer wurden von der Großen Rezession besonders hart getroffen.

Die Reallöhne sind während der Rezession gesunken und haben das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.

Kernbotschaft des Autors

Von einem guten Zustand des spanischen Arbeitsmarkts kann ungeachtet mancher positiver Tendenzen nicht die Rede sein. Das Niveau von Jugendarbeitslosigkeit sowie befristeter und Langzeitarbeitslosigkeit ist nach wie vor besorgniserregend hoch. Probleme bestehen auch in Bezug auf Arbeitsmigranten und Lohnungleichheit, insbesondere bei Niedriglohnbeschäftigten. Immerhin geht die Geschlechterdiskrepanz bei der Erwerbsbeteiligung zurück. Um die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen, sollten verstärkt Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik gestaltet, umgesetzt und evaluiert werden.

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