Die Rolle von kognitiven und sozio-emotionalen Fähigkeiten auf den Arbeitsmärkten

Kognitive Fähigkeiten erklären vor allem Einkommensentwicklungen, sozio-emotionale Fähigkeiten wirken stärker auf Schulbildung und Arbeitsangebot ein

World Bank, USA, and IZA, Germany

World Bank, USA

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Relevanz des Themas

Übliche Kennziffern wie die Bildungs- und Ausbildungsdauer erfassen länderübergreifende Unterschiede beim Qualifikationserwerb und ihre Arbeitsmarktrelevanz nur unzureichend. Die unmittelbare Messung insbesondere kognitiver und sozio-emotionaler Fähigkeiten liefert genauere Hinweise auf potenzielle individuelle Produktivitätsunterschiede als die reine Quantität der Bildung. Die Forschung zeigt, dass insbesondere kognitive Fähigkeiten für die Erklärung des erzielten Lohnes relevant sind, während sozio-emotionale Kompetenzen stärker mit Erwerbs- und Bildungsentscheidungen verknüpft sind.

Korrelation zwischen Arbeit, Arbeitssuche oder Ausbildung
      und kognitiven bzw. sozio-emotionalen Fähigkeiten (Kolumbien, 2012)

Wichtige Resultate

Pro

Vor allem kognitive, aber auch sozio-emotionale Fähigkeiten (wie Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität) wirken sich auf das Arbeitseinkommen aus.

Vor allem sozio-emotionale, aber auch kognitive Kompetenzen beeinflussen die Erwerbsbeteiligung und Beschäftigungswahrscheinlichkeit.

Kognitive und sozio-emotionale Fähigkeiten prägen Bildungsentscheidungen und -ergebnisse.

Contra

Befragungsdaten erfassen potenziell nicht alle Fähigkeiten eines Individuums und bergen ein erhebliches Messfehlerrisiko.

Schulbildung, kognitive und sozio-emotionale Fähigkeiten sind eng verknüpft; ihre jeweiligen Auswirkungen lassen sich nur schwer unterscheiden.

Die meisten Belege für kausale Zusammenhänge stammen aus Hochlohnregionen; in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen fehlt es bislang an (Panel-)Daten zu diesem Thema.

Kernbotschaft des Autors

Kognitive und sozio-emotionale Fähigkeiten wirken in unterschiedlicher Weise auf Arbeitsmarktproduktivität und -erfolg ein. Ungeachtet mancher Einschränkungen hinsichtlich der Datengrundlage und Messgenauigkeit sollte die Entwicklung kognitiver und sozio-emotionaler Kompetenzen deshalb verstärkt in die Schullehrpläne aufgenommen werden. Auf diese Weise könnte in vielen Staaten eine nachhaltige Steigerung von tertiärer Bildungsteilhabe, Arbeitsplatzqualität und Erwerbsbeteiligung erreicht werden. Da das familiäre Umfeld den Kompetenzerwerb im Kindesalter stark prägt, sind zudem elterliche Erziehungsleistungen und außerschulische Aktivitäten wichtig, um kognitive und sozio-emotionale Fähigkeiten zu fördern.

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