Der Arbeitsmarkt in der Schweiz, 2000-2016

Große Krisenfestigkeit bei stabiler Arbeitslosigkeit und stetigem Reallohnwachstum

University of Lausanne, Switzerland, and IZA, Germany

University of Lausanne, Switzerland

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Relevanz des Themas

Die Schweiz verfügt als kleines Land über eine große kulturelle und geographische Vielfalt. Die Arbeitslosenquote ist seit 2000 stabil und beträgt aktuell nur die Hälfte des OECD-Durchschnitts – ungeachtet einer erheblichen Zunahme der ausländischen Erwerbsbevölkerung, der Großen Rezession und einer starken Währungsaufwertung. Dies zeigt die beeindruckende Widerstandsfähigkeit des Schweizer Arbeitsmarktes. Herausforderungen bestehen hinsichtlich der Beschäftigungs- und Einkommenskluft zwischen Zuwanderern und Einheimischen und des zwar schrumpfenden, doch persistenten Geschlechter-Lohngefälles. Die regionalen Unterschiede der Arbeitslosigkeit bleiben signifikant.

Einkommenswachstum bei niedriger
                        Arbeitslosigkeit

Wichtige Resultate

Pro

Die Arbeitslosigkeit ist auf niedrigem Niveau stabil geblieben.

Die Lohnungleichheit bleibt im internationalen Vergleich gering ausgeprägt.

Der Arbeitsmarkt war von den Rezessionen 2001 und 2008 nur schwach betroffen und erholte sich schnell.

Weder die Krise der Eurozone, der massive Zustrom von Flüchtlingen, noch die Aufwertung des Schweizer Frankens haben den Arbeitsmarkt negativ beeinflusst.

Die realen Medianeinkommen sind seit dem Jahr 2000 um 11 Prozent gestiegen.

Contra

Die Arbeitslosigkeit von Ausländern ist mehr als doppelt so hoch wie unter Schweizern.

Der Lohnunterschied zwischen Schweizern und Ausländern bleibt groß, vor allem bei Männern.

Die Langzeitarbeitslosenquote ist gestiegen und bleibt über dem OECD-Durchschnitt.

Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied verringert sich nur sehr langsam.

Die regionalen Unterschiede bei Erwerbsbeteiligung und Arbeitslosigkeit sind groß.

Kernbotschaft des Autors

Insgesamt geht es dem Arbeitsmarkt in der Schweiz gut. Die Arbeitslosigkeit ist unter 5% geblieben, und die realen Einkommen sind seit 2000 um etwa 0,7% pro Jahr gestiegen. Dieser Erfolg kommt trotz einer massiven Ausweitung der Erwerbsbevölkerung von etwa 25% in der jüngsten Vergangenheit, der Großen Rezession, und Wertschätzung der lokalen Währung. Die Schweiz sollte die Politik aufrechterhalten, die diese Resilienz unterstützt hat, und sollte neuen politischen Vorschlägen widerstehen, die sie gefährden könnten. Darüber hinaus sollten politische Entscheidungsträger bestrebt sein, durch Anreize für die Stellensuche einen Aufwärtstrend in der Langzeitarbeitslosigkeit umzukehren, und sie müssen Wege finden, die Unterschiede zwischen Arbeitskräften zwischen ausländischen und einheimischen Arbeitskräften, Regionen und Geschlechtern anzugehen.

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