Der Arbeitsmarkt in Irland, 2000-2016

Arbeitslosigkeit bleibt über Vorkrisenniveau, doch die Erholung von schweren Krisenfolgen kommt voran

Economic and Social Research Institute, and Trinity College Dublin, Ireland, and IZA, Germany

Economic and Social Research Institute, and Trinity College Dublin, Ireland

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Relevanz des Themas

Irland wurde von der globalen Finanzkrise besonders hart getroffen, mit schwerwiegenden Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit stieg dramatisch an, während die Erwerbsquote zwischen 2007 und 2012 um vier Prozentpunkte einbrach. Die Auswanderung entwickelte sich einmal mehr zu einem Sicherheitsventil für die irische Wirtschaft und trug dazu bei, die Arbeitslosigkeit durch eine Verringerung des Arbeitskräfteangebots zu lindern. Im Krisenverlauf wuchsen die politischen Herausforderungen aufgrund einer eskalierenden Seit 2013 ist die Gesamtarbeitslosigkeit rapide zurückgegangen, liegt aber weiterhin über ihrem Vorkrisenniveau.

Arbeitslosigkeit und Wochenlöhne im
                        Industriesektor

Wichtige Resultate

Pro

Seit 2013 nimmt die Arbeitslosigkeit in Irland deutlich ab.

Emigration als Folge hoher Arbeitslosigkeit hat Wirtschaft und Arbeitsmarkt entlastet und vor noch drastischeren Krisenfolgen bewahrt.

Die Erwerbsquoten haben sich nach dem massiven Rückgang in den Krisenjahren wieder stabilisiert.

Contra

Langzeitarbeitslosigkeit bleibt eine Herausforderung, zumal sich der Anteil der besonders lange Arbeitslosen (mehr als vier Jahre) seit der Krise verdoppelt hat.

Inzwischen zeichnen sich Engpässe im künftigen Arbeitskräfteangebot ab.

Junge Männer (15-24 Jahre) waren aufgrund ihrer überproportionalen Beschäftigung im Bausektor besonders stark von der Rezession getroffen.

Die Entwicklung von Einkommensungleichheit und geschlechtsspezifischer Lohnkluft lässt sich mangels Zeitreihen-Daten nicht genau ermitteln.

Kernbotschaft des Autors

In den frühen 2000er Jahren wurde das irische Wirtschaftswachstum durch einen Immobilien-, Kredit- und Bauboom angeheizt. Die globale Finanzkrise im Jahr 2008 erschütterte dieses Wachstumsmodell. Zwischen 2007 und 2012 stieg die Arbeitslosenquote von 4,7 auf 14,7 Prozent, obwohl Emigrationseffekte die Krisenfolgen linderten. Die Erholung ist seit 2013 in vollem Gange, aber die Langzeitarbeitslosigkeit und die Ungewissheit über das künftige Arbeitskräfteangebot bleiben wichtige Themen. Deshalb sollten nachfrageorientierte Qualifizierungsprogramme für Langzeitarbeitslose Priorität erhalten. Auch Zuwanderung könnte einen Beitrag zur Bewältigung von absehbaren Arbeitskräfteknappheiten leisten.

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