Outsourcing von öffentlichen Dienstleistungen Updated

Wie sinnvoll eine Privatisierung ist, hängt von der Art der Dienstleistung und den Marktbedingungen ab

University of Munich, Ifo Institute, and IZA, Germany

Örebro University and IFN, Sweden, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Das Outsourcing von öffentlichen Dienstleistungen ist ein komplexer Vorgang, der tendenziell die Personalintensität verringern und zu mehr Effizienz führen kann. Obwohl Wahlmöglichkeiten der Verbraucher im Bildungs- und Gesundheitswesen meist Kostensenkungen, mehr Innovationen und eine verbesserte Qualität des Angebots begünstigen, können gerade im Gesundheitsbereich auch Qualitätsprobleme die Folge sein. Marktsegmente mit natürlichen Monopolen sind für die Privatisierung weniger geeignet, während Netzdienste (z.B. Nahverkehr) durch öffentliche Ausschreibungen ausgelagert werden können. Kurzfristig auftretenden Arbeitsplatzverlusten stehen bei vielen Dienstleistungen langfristig positive Effekte des Outsourcing gegenüber.

Anteil privatisierter öffentlicher Dienste am BIP (2017)

Wichtige Resultate

Pro

Die private Bereitstellung von Dienstleistungen ist im Allgemeinen kostengünstiger als die öffentliche Versorgung.

Das Outsourcing von öffentlichen Diensten kann die Qualität steigern und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher vergrößern.

Dienstleistungswettbewerb stimuliert Innovationen (etwa im Bereich von Bildung und Gesundheit).

Contra

Das Ziel der Kostenminimierung im Privatsektor kann je nach Art der Dienstleistung deren Qualität beeinträchtigen.

Outsourcing kann Arbeitsplatzverlusten nach sich ziehen.

Bei der Privatisierung natürlicher Monopole (z.B. Wasserversorgung, Stromnetz) entstehen Risiken hinsichtlich von Hold-up-Effekten und Preissteigerungen.

Kernbotschaft des Autors

Es gibt keinen Königsweg für die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen. Ihr Nutzen hängt von den Charakteristika der Dienstleistung und den herrschenden Marktbedingungen ab. Gutscheinsysteme im Bildungswesen können zur Verbesserung der Qualität beitragen und Kosten verringern, bringen aber auch Nachteile mit sich. Herrscht eine natürliche Monopolstellung, ist Outsourcing nicht empfehlenswert, da es zu Qualitätseinbußen und höheren Preisen führen würde. Die Kommunen sollten eigenverantwortliche Entscheidungen entsprechend des erkannten Bedarfs und ihrer spezifischen Rahmenbedingungen treffen können.

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