Relevanz des Themas
Hohe Jugendarbeitslosigkeit gilt als mitverantwortlich für die in vielen Industrienationen abnehmenden Geburtenraten. Aus wirtschaftstheoretischer Sicht ist unklar, ob schlechtere Jobaussichten für junge Menschen tatsächlich deren Familiengründung behindern bzw. wie lange dieser Effekt anhält. Zudem können Rezessionen die Scheidungsrate beeinflussen. Ein besseres Verständnis der konjunkturellen Einflüsse kann dazu beitragen, effektivere familienpolitische Maßnahmen zur Steigerung der Geburtenrate zu entwickeln.
Wichtige Resultate
Pro
Rezessionen beeinflussen die Familiengründung, allerdings gilt es zu unterscheiden zwischen kurzfristigen Effekten auf Geburten- und Heiratsraten und langfristigen Effekten auf die von hoher Jugendarbeitslosigkeit betroffene Generation.
Die Geburtenraten sind in vielen Industrieländern zumindest kurzfristig prozyklisch, nehmen also bei schwacher Konjunktur ab.
Die Geburtenraten sind in vielen Industrieländern zumindest kurzfristig prozyklisch, nehmen also bei schwacher Konjunktur ab.
Bessere Jobaussichten für junge Männer steigern langfristig Eheschließungen und Kinderzahl.
Contra
Theoretisch können Rezessionen die Familiengründung behindern oder fördern, denn geringere Einkommensaussichten bedeuten auch geringere Opportunitätskosten der Kindererziehung.
Die Reaktion der Geburtenrate auf die Konjunkturlage variiert nach Land und Bevölkerungsgruppe.
Die Wirkung von Rezessionen auf Scheidungsraten ist umstritten.
Wie junge Frauen langfristig auf Rezessionen reagieren, hängt von der Familien- und Arbeitsmarktpolitik ab.