Nehmen Migranten den Einheimischen die Jobs weg?

Einwanderer sorgen selten für Verdrängungseffekte, sondern stärken langfristig die Beschäftigung

George Washington University and Temple University, USA

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Relevanz des Themas

Umfangreiche wissenschaftliche Befunde widerlegen das Argument, Migranten nähmen der inländischen Bevölkerung die Arbeitsplätze weg. Auf allen Qualifikationsebenen ist der kurzfristige Einfluss auf die inländische Beschäftigung tatsächlich nur gering. Dagegen ist der langfristige ökonomische Effekt sehr positiv zu veranschlagen. Dieser positive Wohlfahrtseffekt ist auch auf sich ergänzende Qualifikationen von Einheimischen und Zuwanderern und den Aufstieg von inländischen Beschäftigten in höherwertige Tätigkeiten zurückzuführen.

Öffentliche Meinung zu Einwanderung und
                        Arbeitsmarkt, 2011

Wichtige Resultate

Pro

Neuzuwanderer stopfen primär Beschäftigungslücken und stärken damit den Arbeitsmarkt.

Hochqualifizierte Migranten unterstützen den technologischen Fortschritt, während geringer qualifizierte Zuwanderer für mehr berufliche Mobilität, Spezialisierung und Humankapitalbildung unter Einheimischen sorgen.

Selbstständige und Existenzgründer tragen unmittelbar zum Beschäftigungsaufbau bei und stimulieren durch Innovationen auch indirekt den Arbeitsmarkt.

Zuwanderung stärkt die Gesamtnachfrage und sorgt damit für mehr Jobs.

Contra

Kurzfristig kann ein begrenzter Wettbewerb zwischen einheimischen und zugewanderten Geringqualifizierten um einfache Jobs entstehen.

Ein großes Angebot an geringqualifizierter Arbeit unter Migranten kann auf Unternehmensebene Investitionen in Restrukturierung und neue Technologien verzögern.

Je nach ihrer Struktur sorgt Arbeitsmigration nicht automatisch für eine gesteigerte Produktivität.

In dem Maße, wie sich ein Arbeitsmarkt von der preiswerten Arbeitskraft von Zuwanderern abhängig macht, sorgen Angebotsschwankungen (z.B. durch Reformen der Migrationspolitik) für Outsourcing-Anreize.

Kernbotschaft des Autors

Die positiven Beschäftigungseffekte von (Arbeits-)Migration überwiegen bei weitem jede mögliche Negativwirkung. Ein direkter Substitutionseffekt ist der statistische Ausnahmefall. Weit häufiger übernehmen Migranten im Bereich einfacher Qualifikation Tätigkeiten, für die keine inländischen Arbeitskräfte verfügbar sind. Komplementäreffekte tragen ebenso zur Stärkung des Arbeitsmarktes bei wie das Unternehmertum von Migranten. Die Integration von Zuwanderern in die Arbeitsmärkte sorgt insgesamt für eine stärkere Nachfrage, verbesserte Chancen zum Aufstieg in höherwertige Jobs und neue Beschäftigungsdynamik.

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