Der Arbeitsmarkt in Australien, 2000-2016

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum führte zur weniger Arbeitslosigkeit und Realeinkommenszuwächsen, aber der Wohlstand wurde nicht gleichmäßig verteilt

University of Sydney, Australia, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Seit 1991 erlebt die australische Wirtschaft ein anhaltendes Wirtschaftswachstum. Begünstigt durch Rohstoffboom und starke Staatsfinanzen, überstand Australien die globale Finanzkrise, ohne in eine Rezession zu geraten. In diesem Zeitraum fielen zugleich strukturelle Veränderungen in Form einer steigenden Erwerbsbeteiligung Älterer und einer zunehmenden Angleichung der Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitsmuster von Männer und Frauen. Zu den jüngsten negativen Trends zählen jedoch ein Anstieg insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit, ein sich verschlechternder Arbeitsmarkt für Jugendliche und ein verfestigtes Einkommensgefälle zwischen den Geschlechtern.

Gesamtarbeitslosigkeit und reale Wochenlöhne

Wichtige Resultate

Pro

Australien hat seit 1991 keine Rezession erlebt, was zu einem starken Beschäftigungswachstum und niedrigeren Arbeitslosenquoten geführt hat.

Die Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen im Alter von 55 bis 64 Jahren hat zugenommen.

Das reale Durchschnittseinkommen von Vollzeitbeschäftigten ist gestiegen.

Die Einkommensungleichheit hat sich von Ende der 1970er Jahre bis 1990 verschärft, ist aber seit 2000 relativ stabil geblieben.

Contra

Trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums hat die Langzeitarbeitslosigkeit in den letzten zehn Jahren zugenommen und ist auf das relativ hohe Niveau der frühen 2000er Jahre angestiegen.

Jugendliche haben nur mäßige Arbeitsmarktchancen.

Das Wachstum der realen Wochenlöhne fällt in der langen Frist bescheiden aus.

Seit 2000 hat sich die geschlechtsspezifische Einkommenskluft bemerkenswert wenig verringert.

Kernbotschaft des Autors

Der australische Arbeitsmarkt hat sich im Zeitraum 2000-2016 bemerkenswert gut entwickelt. Dank des Rohstoffbooms ging die Arbeitslosigkeit zurück, während die Erwerbsbeteiligung und die realen Durchschnittseinkommen zunahmen. Doch trotz der allgemein positiven Aussichten geben die steigende Langzeitarbeitslosigkeit, begrenzte Arbeitsmarktmöglichkeiten für Jugendliche, das übermäßige Einkommenswachstum bei Spitzenverdienern und stagnierende geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede Anlass zur Sorge. Die Steuer- und Transferpolitik sollte diese Probleme angehen, um insbesondere das Wachstum an der Spitze der Einkommensverteilung zugunsten der unteren Einkommenssegmente zu begrenzen.

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