Arbeitsmarktchancen von Teenager-Müttern

Schlechtere Arbeitsmarktchancen für minderjährige Mütter sind weniger auf die Mutterschaft an sich, sondern eher auf andere soziale Probleme der betroffenen Mädchen zurückzuführen

Wellesley College, USA

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Relevanz des Themas

Zahlreiche Statistiken zeigen, dass es Teenager-Mütter später auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Allerdings stellt sich die Frage nach dem Wirkungszusammenhang: Reduziert eine frühe Mutterschaft tatsächlich das Arbeitsmarktpotenzial von Frauen, oder ist sie nur ein Indikator für andere Probleme, die dem sozialen bzw. familiären Hintergrund der jungen Mütter geschuldet sind? Die Beantwortung dieser Frage hat wichtige Implikationen für die Gestaltung geeigneter Politmaßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Frauen.

Median-Haushaltseinkommen von Frauen (25-34 Jahre)

Wichtige Resultate

Pro

Teenager-Mütter aus bildungsfernen Elternhäusern haben oft von vornherein schlechtere Arbeitsmarktchancen.

Konventionelle Politikmaßnahmen zur Reduzierung von Teenager-Schwangerschaften bleiben weitgehend wirkungslos.

Ethnografische Studien zeigen unter benachteiligten Jugendlichen eine ambivalente Haltung zum Thema Schwangerschaft.

Langfristfaktoren wie steigende Einkommensungleichheit – ein Zeichen für mangelnde Chancengleichheit – fördern Teenager-Mutterschaften.

Contra

Frauen, die schon als Teenager Mutter geworden sind, arbeiten aufgrund ihres niedrigeren Bildungsniveaus häufig in schlecht bezahlten Jobs.

Bessere Informationen und ein erleichterter Zugang zu Verhütungsmitteln scheinen zu einer Verringerung von Teenager-Schwangerschaften beizutragen, wenn auch nur in begrenztem Maße.

Kernbotschaft des Autors

Teenager-Mutterschaften können die Arbeitsmarktchancen der Frauen verringern, doch die direkten Auswirkungen sind relativ gering. Vielmehr deuten Teenager-Schwangerschaften auf andere soziale Probleme im Leben der Betroffenen hin. Um die Beschäftigungs- und Aufstiegschancen der jungen Mütter zu steigern, müssen daher die sozialen Probleme, die häufig zu Teenager-Schwangerschaften führen, an der Wurzel bekämpft werden, etwa durch eine verstärkte Förderung frühkindlicher Bildung und einen verbesserten Zugang zur Hochschulbildung.

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