Familienstrukturen und Bildungserfolg von Kindern in Transformationsländern

Die politischen und ökonomischen Umwälzungen in Südosteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben den Bildungserwerb von Kindern stark beeinträchtigt

University of Perugia, Italy, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Die Transformationsländer Europas konnten zu Beginn des Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft auf ein vergleichsweise hohes Maß an Humankapital zurückgreifen. Mangelnde Ressourcen und fehlende Politikmaßnahmen zur Förderung benachteiligter Familien jedoch oft den Zugang zu Bildungsabschlüssen über die Mindestschulzeit hinaus. Begleitumstände wie die Arbeitsmigration von Eltern beeinflussten die Schulbildung von Kindern zusätzlich negativ. Erforderlich ist ein stärkerer Politikfokus auf den Bildungssektor und die Förderung von Kindern aus schwächeren Familien.

Schülerinnen und Schüler an 
                        weiterführenden Schulen

Wichtige Resultate

Pro

In Transformationsgesellschaften ist die vorausschauende Förderung des Bildungserwerbs von Kindern besonders wichtig, um Chancengleichheit zu gewährleisten.

Eine solide Humankapitalbasis setzt öffentliche und familiäre Investitionen in die kindliche Bildung voraus.

Zu Beginn des Transformationsprozesses lagen Südosteuropa und die ehemalige Sowjetunion hinsichtlich ihres Humankapitals noch weit vor Entwicklungsländern.

In den sozialistischen Vorgängerstaaten war ein gleichmäßiger Bildungszugang gewährleistet.

Contra

In vielen Transformationsstaaten sind die Einschulungsraten in Vorschulen und weiterführenden Schulen stark zurück gegangen.

Finanzschwache Familien leiden besonders stark unter den veränderten Bedingungen des Bildungszugangs.

Die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben sind in fast allen Transformationsstaaten rückläufig.

Beeinträchtigungen der elterlichen Gesundheit aufgrund von ökonomischen Schocks schaden dem Bildungserwerb ihrer Kinder massiv.

Temporäre Arbeitsmigration der Eltern sorgt in der Regel für einen defizitären Bildungserwerb der Kinder.

Kernbotschaft des Autors

Die Transformation von Plan- zu Markwirtschaften hat sich negativ auf den schulischen Erfolg von Kindern und deren Chancengleichheit ausgewirkt. Dies ist auf die Vernachlässigung von öffentlichen Investitionen in den Bildungssektor zurückzuführen. Auch hohe Schulabbrecherquoten gehen auf transformationsbedingte Ursachen wie Arbeitsmigration oder Gesundheitsprobleme der Eltern zurück. Aufgabe der Politik ist es, ihre Bildungssysteme wieder aufzuwerten und dabei die Chancengleichheit benachteiligter Familien sicherzustellen.

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