Erwerbstätigkeit von Eltern und Bildungserfolg ihrer Kinder

Die Qualität der gemeinsam mit den Kindern verbrachten Zeit ist wichtiger als deren zeitlicher Umfang

University of Bonn, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen und insbesondere von Müttern mit kleinen Kindern ist in vielen Staaten deutlich gestiegen. Dieser Trend hat eine Debatte um die Folgen für das Kindeswohl und die langfristigen Bildungsresultate von Kindern ausgelöst. Der Gesamteffekt der Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern auf die kognitiven Fähigkeiten und das Bildungsniveau ihrer Kinder ist nicht von vornherein eindeutig: Einerseits kann der kindliche Bildungserwerb von einem höheren Familieneinkommen begünstigt werden, andererseits nimmt die Zeitverwendung der Eltern für die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder ab.

Steigende Erwerbsbeteiligung von Müttern mit kleinen Kindern

Wichtige Resultate

Pro

Die meisten vorliegenden Studien zeigen, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern keinen Effekt auf die kurz- oder langfristigen Bildungsresultate ihrer Kinder hat.

Der Umfang der Erwerbstätigkeit des Vaters scheint den langfristigen Bildungserfolg von Kindern nicht zu beeinträchtigen.

Kognitive Entwicklung und Bildungserfolg hängen nicht davon ab, wieviel Zeit die Eltern mit ihren Kindern verbringen.

Entscheidend ist die Intensität und Hochwertigkeit der gemeinsam genutzten Zeit, die vom Umfang der elterlichen Erwerbstätigkeit kaum beeinflusst wird.

Contra

Ist die Mutter in den ersten Lebensmonaten des Kindes erwerbstätig, könnte dies seine kognitive Entwicklung beeinträchtigen.

Eine verlängerte Elternzeit kann Kinder hochqualifizierter Eltern begünstigen, andere jedoch benachteiligen.

Die Wirkung des Erwerbseinkommens auf den kindlichen Bildungsweg ist empirisch nicht eindeutig belegt.

Schätzungen zum Effekt der Elternbeschäftigung auf den Bildungserfolg ihrer Kinder gelangen zu eher widersprüchlichen Resultaten.

Die Wirkung der elterlichen Beschäftigung hängt von der Qualität der außerhäuslichen Kinderbetreuung ab.

Kernbotschaft des Autors

Es gibt wenig Grund für die Annahme, dass die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kindern unter sechs Jahren den frühen Erwerb kognitiver Fähigkeiten oder den langfristigen Bildungserfolg der Kinder beeinträchtigt. Allerdings könnte die Erwerbstätigkeit der Mutter im ersten Lebensjahr und insbesondere im Verlauf der ersten drei Monate nachteilige Folgen für die kognitive Entwicklung eines Kindes haben. Die Politik sollte sich deshalb vor allem darauf konzentrieren, qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsangebote auszubauen und auf eine qualitativ hochwertige Familienzeit von Eltern und Kindern hinzuwirken.

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