Regulierung, Öko-Innovationen und die Entstehung neuer Jobs

Beeinflussen regulatorisch bedingte Umweltschutz-Innovationen die Beschäftigung?

University of Applied Sciences Augsburg, Germany

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Relevanz des Themas

Neue Umwelttechnologien und -innovationen werden über ihren unmittelbaren ökologischen Nutzen hinaus oft auch als potenzielle Beschäftigungsmotoren angesehen. Regulierungen des Umweltschutzes können Innovationen auslösen, die zu positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekten führen. Die Forschung zeigt, dass die Einführung umweltschonender Prozessinnovationen eher als produktbezogene Innovationen die Beschäftigung ankurbeln kann, indem sie für Kosteneinsparungen und größere Wettbewerbsfähigkeit sorgen und damit die Arbeitsnachfrage stimulieren.

Zunahme von Umweltschutz-Patenten in den
            OECD-Staaten (1980 = 100)

Wichtige Resultate

Pro

Umweltregulierung kann Unternehmen bei der Überwindung von Informations-, Organisations- und Koordinationsdefiziten helfen und damit eine stärkere Öko-Innovationstätigkeit auslösen.

Regulatorisch bedingte Öko-Prozessinnovationen können die Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Nachfrage stärken – mehr Beschäftigung kann die Folge sein.

Viele Umwelttechnologien sind auch ökonomisch vorteilhaft, weil sie den betrieblichen Kostenaufwand für Material und Energie verringern.

Ökologische Produktinnovationen können Erstanbietern Vorteile schaffen.

Contra

Nachsorgende Umwelttechnologien (z.B. Filter- und Kläranlagen) können aufgrund dann höherer Produktionskosten zu Jobverlusten beitragen.

Empirische Studien dokumentieren einen nur geringen Netto-Beschäftigungseffekt von umwelt- und energiepolitischen Maßnahmen; Umweltpolitik ist kein Beschäftigungsmotor.

Regulatorisch bedingte Öko-Innovationen können andere Innovationstätigkeiten verdrängen und in den betroffenen Segmenten zu Beschäftigungseinbußen führen.

Kernbotschaft des Autors

Staatliche Regulierung ist ein Treiber von Öko-Innovationen, deren Dynamik aber ebenso auch von anderen Faktoren wie Einsparpotenzialen und Markterfolgsanalysen beeinflusst wird. Positive Beschäftigungswirkungen stehen nicht im Zentrum von Öko-Innovationen, bilden aber einen potenziell signifikanten Begleiteffekt. Die vorliegenden Forschungsresultate weisen auf positive, wenn auch geringe Beschäftigungswirkungen von ökologischen Produktinnovationen und umweltschonenderen Technologien in den Betrieben hin. Die Politik sollte sich über den nur begrenzten Wachstumseffekt von Umweltschutzmaßnahmen im Klaren sein.

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