Relevanz des Themas
Extreme Wetterereignisse nehmen an Häufigkeit und Intensität weltweit zu. Die damit verbundenen Bedrohungen von Existenzgrundlagen und Menschenleben erfordern ein besseres Verständnis der kurz- und langfristigen Auswirkungen solcher Ereignisse, um politisch richtig handeln zu können. Die massiven kurzfristigen ökonomischen Auswirkungen von Naturkatastrophen lassen Strategien zur besseren Absicherung gegen Konsumverluste sinnvoll erscheinen. Längerfristige wirtschaftliche Folgen sind weitaus komplexer: Sie hängen von den Merkmalen der betroffenen Region und ihrer Bevölkerung, von Änderungen der Migrationsmuster und den unterschiedlichen Politikstrukturen vor Ort ab.
Wichtige Resultate
Pro
Emigration nach einer Naturkatastrophe kann ein wichtiger Bewältigungsmechanismus sein und die Zahl der Betroffenen künftiger Extremereignisse reduzieren.
Zumindest in reicheren Ländern scheinen die Arbeitsmärkte gegen Naturkatastrophen langfristig resistent zu sein.
Die Wohlfahrtseffekte extremer Wetterereignisse sind insgesamt negativ, allerdings kann die Katastrophenbewältigung auch zu Verbesserungen für Betroffene beitragen.
Contra
Die kurzfristigen Auswirkungen von Naturkatastrophen können selbst in wohlhabenden Ländern schwerwiegend sein.
Große Naturkatastrophen verursachen kurzfristige Einkommensverluste und reduzieren damit den Konsum der Opfer.
Bislang mangelt es an kausalen Analysen der Wirksamkeit von Naturkatastrophenhilfe.
Es bedarf weiterer Forschung zu den langfristigen Auswirkungen von Extremereignissen auf die Individuen, die sich von den langfristigen regionalen Effekten (etwa aufgrund von Migration) deutlich unterscheiden könnten.