Der Arbeitsmarkt in Japan, 2000-2016

Trotz einer stark schrumpfenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hat Japan die Zahl seiner Arbeitskräfte halten können, vor allem dank der steigenden Beschäftigung von Frauen

University of Tokyo, Japan, and IZA, Germany

Senshu University, Japan

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Relevanz des Themas

Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und Vorreiter des globalen Trends zu alternden Gesellschaften liefert Japan Anschauungsunterricht zu den Folgen des demografischen Wandels für Arbeitsmarkt und ökonomisches Wohlbefinden der Bevölkerung. Insgesamt hat der japanische Arbeitsmarkt in der jüngsten Finanzkrise trotz jahrzehntelanger wirtschaftlicher Stagnation und schleppenden Reallohnwachstums eine bemerkenswerte Stabilität gezeigt. Die rasche Bevölkerungsalterung und die steigende Arbeitsnachfrage im Gesundheitssektor haben zugleich die Konstellation für die Beschäftigten, insbesondere für Frauen, stark verändert.

Arbeitslosigkeit und
                        Realstundenlohn

Wichtige Resultate

Pro

Japans aggregierte Arbeitslosenquote ist relativ stabil und niedrig.

Die Beschäftigung von Frauen steigt schnell, während die Beschäftigungsquote für Männer hoch bleibt.

Japans geschlechtsspezifische Lohnlücke schrumpft.

Die durchschnittlichen Reallöhne sind zuletzt – besonders deutlich für Frauen – gestiegen.

Das Ausmaß der Lohnungleichheit ist in Japan nach wie vor relativ gering.

Contra

Japans Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist rasch rückläufig.

Die steigende Beschäftigung von Frauen zieht einen Rückgang von Eheschließungen nach sich, der den Bevölkerungsrückgang weiter beschleunigen könnte.

Japans geschlechtsspezifische Lohnkluft bleibt markant groß.

Am oberen Ende der Lohnverteilung bei Männern hat sich die Ungleichheit erhöht.

Die Arbeitsplatzstabilität geht in Japan aufgrund der Zunahme befristeter Beschäftigung zurück.

Kernbotschaft des Autors

Japan war lange Zeit bekannt für eine relativ geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen. Seit den frühen 2000er Jahren steigt ihre Beschäftigungsquote jedoch an; zurückzuführen ist dies auf die Dynamik der Alterungsprozesse und die steigende Arbeitsnachfrage im Gesundheitsbereich. Der Arbeitsmarkt hat die Große Rezession bei relativ hoher Erwerbsbeteiligung und geringer Arbeitslosigkeit robust überstanden. Dennoch hat Japan auch mit Problemen zu kämpfen – sie reichen von der markanten Lohnkluft zwischen den Geschlechtern über die rückläufige Jobstabilität bis hin zu wachsender Lohnungleichheit unter Besserverdienenden und sinkenden Reallöhnen bei jungen Männern.

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