Der ökonomische Wert von Sprach- und Rechenkompetenzen

Grundlegende sprachliche und mathematische Fähigkeiten sind für den Arbeitsmarkterfolg unerlässlich

University of Cambridge, UK, and IZA, Germany

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Relevanz des Themas

Selbst in den OECD-Ländern mit hohem Akademikeranteil an der Erwerbsbevölkerung ist der Wert von Schlüsselkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen nicht zu unterschätzen. In einigen Staaten lassen sich bereits mit grundlegenden Fähigkeiten deutliche Lohnvorteile erzielen, was auf eine relative „Knappheit“ dieser Qualifikationen hindeutet. Um diesen Mangel zu beheben, müssen nicht nur künftige Schulabgänger, sondern auch bereits erwerbstätige Erwachsende gezielter gefördert werden. Die Entwicklung geeigneter Maßnahmen erfordert jedoch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Effektivität verschiedener Bildungsprogramme.

Anteil der Erwerbsbevölkerung (25-64
                        Jahre) mit sehr geringem Qualifikationsniveau in OECD-Ländern

Wichtige Resultate

Pro

In vielen Ländern lässt sich schon mit Grundfertigkeiten ein deutlicher Lohnvorteil erzielen.

Der Lohnvorteil durch sprachliche und mathematische Fähigkeiten variiert im Ländervergleich je nach Angebot und Nachfrage.

Der beachtliche Mangel an Schlüsselkompetenzen in der Erwerbsbevölkerung offenbart die Notwendigkeit von Förderprogrammen auch für Erwachsene.

Je stärker diese Fertigkeiten bei Eltern ausgeprägt sind, desto besser schneiden deren Kinder beim Lesen, Schreiben und Rechnen ab.

Contra

Würden sämtliche Arbeitskräfte über die nachgefragten Schlüsselkompetenzen verfügen, entfiele der knappheitsbedingte Lohnvorteil.

Wenn sich die schulische Bildung noch stärker auf Sprache und Mathematik konzentriert, könnten andere wichtige Lerninhalte zu kurz kommen.

Es gibt kaum Belege dafür, dass der Erwerb von Grundfertigkeiten im Erwachsenenalter die wirtschaftliche Situation der Betroffenen deutlich verbessern würde.

Kernbotschaft des Autors

In vielen Ländern mangelt es erstaunlich großen Bevölkerungsgruppen noch immer an grundlegenden Sprach- und Rechenkompetenzen, was mit entsprechend geringen Lohn- und Beschäftigungsaussichten einhergeht. Selbst wenn es gelänge, die Fertigkeiten künftiger Schulabgänger spürbar zu verbessern, würde sich die Gesamtsituation erst auf lange Sicht entspannen. Mehr Bildungsjahre und ein höheres durchschnittliches Qualifikationsniveau schaffen nicht automatisch Abhilfe, sondern es bedarf einer gezielten Förderung von Schlüsselkompetenzen. Da die Effektivität einzelner Bildungsmaßnahmen jedoch stark variiert, ist eine konsequente Evaluation zwingend notwendig.

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